Canyons, die letzte …

30 06 2011
Canyonlands

Canyonlands

Das zweite Viertel unserer Traumreise nähert sich seinem Ende; man könnte diesen Abschnitt unter der Überschrift „atemberaubende Canyons und Felsen“ zusammenfassen. Und vielleicht habt ihr ja gemerkt, dass nach gut sechs Wochen dauernder Atemberaubung auch langsam so etwas wie Sehnsucht nach Ruhe für das Auge, nach weiten Ebenen und nach grünen Wäldern einkehrt. Und so richten sich unsere Augen langsam Richtung Norden, wo Wyoming, Idaho, Oregon und Northern California rufen. Aber vorher hatten wir noch zwei Canyon-Landschaften auf der Route, die uns dann doch wieder in ihren Bann gezogen haben: den Canyonlands National Park und das Colorado National Monument …   

Canyonlands ist flächenmäßig einer der größten National Parks und durch den Zusammenfluss von Green River und Colorado River mit ihren bis zu 700 m tiefen Schluchten dreigeteilt: the Maze, the Needles and Island in the sky. Weite Bereiche sind nur für Hardcore-Abenteurer zugänglich, die mit Jeeps, Mountain-Bikes oder als Free-Climber auf der Suche nach Grenzerfahrungen sind. Um in die abgelegenen Bereiche des Maze zu kommen, muss man mal so eben mehr als 100 km unbefestigter und nur Allrad-tauglicher Straßen zurücklegen.

den Canyon kann man mit dem Jeep am "weissen Rim" umfahren ...

den Canyon kann man mit dem Jeep am "weißen Rim" umfahren ...

Wir haben uns für die Light-Version entschieden. Vom netten Touri-Örtchen Moab aus sind wir mit Yogi in die „Insel im Himmel“ geklettert, und die macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Aus 1.800 m Höhe schaut man in schier endlose Canyon-Landschaften herunter, und das Sonnenlicht spielt mit den Gesteinsformationen in bislang ungeahnter Weise: violett, dunkelblau, rosa … absolut großartig. Und absolut unverständlich (aber irgendwie auch schön), dass dieser Park in Germany bisher wenig Beachtung findet.

Grand View im Canyonlands

Grand View im Canyonlands

Und dann sind wir einfach dem Colorado stromaufwärts gefolgt. Die Route 128 geht direkt am Wasser lang, und wir haben Rafting-Boote, Reiher und vieles mehr beobachten können. Bis die Straße dann plötzlich gleich eine ganze Stunde lang gesperrt wurde: An einer besonders spektakulären Stelle, an der auch schon John Wayne für den Edelwestern „Rio Grande“ reiten dufte, wurden Stunts für eine bekannte US-Serie gefilmt (Top Gear). Wir konnten gleich dreimal eine atemberaubende Verfolgungsjagd zwischen zwei Sportflitzern miterleben, die auf 3 km von sechs Kameras gefilmt wurde. Was für ein Aufwand für vielleicht 30 Sekunden Action-Szene im TV …

Top Gear ... links am Straßenrand die Kameras

Top Gear ... links am Straßenrand die Kameras

Unser Ziel war aber Grand Junction, und die Überraschung war groß: Wenige Meilen vorher wurde das Tal plötzlich ziemlich unvermittelt grün, und an der Straße wurden Kirschen und Wein aus der Region angeboten. Was für ein Gefühl nach drei Monaten Wüste, Canyons und Felsen. Grand Junction ist mit knapp 50.000 Einwohnern die größte Stadt, die Colorado westlich der Rockies zu bieten hat, und einfach klasse. Eine wirklich nette Altstadt, schöne Läden und entspannte Atmosphäre … das alles allerdings bei knapp 100 Grad F (38 Grad C).

Altstadtkunst in Grand Junction

Altstadtkunst in Grand Junction

Und direkt nebenan ist das Colorado National Monument, eine im Vergleich z. B. zum Bryce eher unspektakuläre Canyon-Landschaft, die uns aber richtig Spaß gemacht hat.

Colorado Monument

Colorado Monument

Wir haben zwei Tage auf dem Campground mitten im Park verbracht, wunderbare Dinner mit rot-violetten Sonnenuntergängen und Blick aufs Tal genossen

Abendessen am Canyon (Yogi hat seine Awning (das Vordach) ausgefahren!)

Abendessen am Canyon (Yogi hat seine Awning - das Vordach - ausgefahren!)

und sogar „Devils Kitchen“ (Teufels Küche) erwandert. Und im Visitor Center hat Angelika dann auch noch das passende Buch ergattert: „The Serpents trail“ von Sue Henry ist ein toller Krimi, der genau an den Schauplätzen in und um Grand Junction spielt, die wir auch besucht haben.

Cover Serpent Trail

Cover The Serpent's Trail

Ja, und mit diesen beiden Canyons sollte das „Schluchten-Kapitel“ dann eigentlich auch abgeschlossen sein, aber dann hatte Sue Henry doch noch eine tolle Empfehlung für uns 🙂 …

Summary for our American friends:
The second quarter of our journey is coming to its end; you might call it „breath taking canyons and rocks“. Maybe you have noticed that after six weeks of breathtaking we are longing for wide plains and green forests. And so we will be heading north to Wyoming, Idaho, Oregon and Northern California. But before that we had visited two more great canyons that one more time put a spell on Angelika and me: the Canyonlands National Park and the Colorado National Monument …
In Canyonlands we spend one day in the “Island in the sky” and looked 2.000 feet down to the confluence of Green River and Colorado River and into a colourful and amazing canyon landscape. Colorado Monument is not as spectacular as for example Bryce but we had two relaxing days there with beautiful nighttime dinners at the campground with a wonderful view over the green Colorado valley at Grand Junction.



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3 Antworten zu “Canyons, die letzte …”

  • Paul sagt:

    Jetzt habt ihr mich wirklich neidisch gemacht… „Top Gear“ ist nämlich meine absolute Lieblingssendung! Ursprünglich eine englische Serie, hat sie mittlerweile einen US-Ableger (Top Gear US), dem zwar der britische Humor fehlt, aber dennoch absolut sehenswert ist. Läuft übrigens auf dem History Channel…

    Liebe Grüße, Paul

  • Joachim sagt:

    Hallo ihr 2
    nachdem mein LapTop einige Tage Urlaub eingelegt hat und ich ihn gerade wieder zum Hochfahren gebracht habe war eine Lesestunde eurer neuesten Eintraege angesagt. Wir sind momentan in der Feldberger Seenlandschaft und haben den dreitaetigen deutschen Hochsommer genossen. Eire Reisebeschreibungen lassen erahnen, was ihr so alles tolles erlebt. Macht weiter so und viel Spass und Erfolg bei den kommenden Gigs.
    Liebe Gruesse
    Joachim

  • Tina RiRo sagt:

    Und wieder habt ihr, während ihr die Rim road entlang gefahren seid an uns gedacht oder??? 😉
    Wirklich komisch, dass diese Gegend so wenig bekannt ist hier bei uns, scheint äußerst sehenswert und wunderschön zu sein! Alle Fotos einfach klasse….ihr solltet, wenn ihr wieder hier seid überlegen im Pavillion in Licherode einen Amerika-Abend zu machen, ich möchte ganz viele Bilder sehen und so wie mir geht es bestimmt einigen Leuten…in eurem Wohnzimmer wird das bestimmt zu eng….dazu ein paar von den neuen Songs und das Ganze dann vielleicht zu Klaus Geburtstag…… 😉 was haltet ihr davon….das Wochenende ist noch frei auf meinem Kalender….grins….Ich hoffe, ich posaune jetzt nicht eure noch ganz geheime Planung aus!
    Und über das Foto von Geli am Essenstisch mit Yogi im Hintergrund habe ich mich besonders gefreut!
    Lasst euch grüßen und drücken!
    Tina und Co.

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